Die Langhe zur Zeit der Römer

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Die Langhe wurden von den Römern um das 2. Jht. v.C. in der Schlacht von Carystum erobert, in der die Liguri Statielli endgültig besiegt, ja fast ausgelöscht wurden. Nach der Eroberung wurde Acque Statiellorum die Hauptstadt. Weitere Städte waren Hasta, Alba, Pollentia und Augusta Bagiennorum. Es wurde das Straßennetz ausgebaut, um das Gebiet zu kontrollieren, die  Soldaten marschieren zu lassen, die wenig später ganz Gallien erobern sollten, und vor allem, um den Handel zu beflügeln. Die via Aemelia Scauri verband Acqui mit dem Hafen Vado, während eine ebenfalls bedeutende Straße über Alba, Pollentia, Augusta Bagiennorum und Ceva von Hasta nach Alba Ingauna (das heutige Albenga) führte. Mitten durch die Langhe verlief via Magistra Langarum, wahrscheinlich ein Netz von Wegen, die die Langhe von Süden nach Osten durchquerten. Heute erhalten ist noch in Valle Belbo die ehemalige Straßenkreuzung von Campetto.
In Alba, genauer im Ortsteil Pertinace di Barbaresco wurde Publius Helvius Pertinax geboren, Generalissimus unter Mark Aurel. Unter Commodus fiel er später in Ungnade und zog sich in seiner Heimat ins Privatleben zurück, wo er - wie es hieß - eine "Taberna" eröffnete, vielleicht ein Beweis dafür, dass in dieser Gegend schon damals Wein angebaut wurde. Nach dem Tod von Commodus wurde er von der Prätorianern zum Kaiser gewählt.  Im Gegenzug erwarteten diese Privilegien, die jedoch nicht gewährt wurden. Pertinax wurde ein Opfer seiner Prinzipientreue und wurde ermordet.
Im Senat wurde er als neuer Cincinnato und leuchtendes Vorbild  gefeiert.
Viele  Jahrhunderte später und als es dem Kaiserreich ein letztes Mal gelang die germanischen Horden zurückzuhalten, ist die Ebene von Pollentia der Schauplatz, wo Stilichon Alarich in einem Kampf Westgoten gegen Westgoten (denn beide waren germanischer Abstammung) besiegte. 
Viele Zeichen zeugen heute noch von diesen Ereignissen auch wenn - wie übrigens in ganz Italien - die heutigen Städte auf römischen Resten stehen. Und deswegen führen archäologischen Wanderungen häufig unter die Erde.
Alba bietet eine interessante Tour. Ausgang ist die Kathedrale mit einigen Resten unter freiem Himmel und andere auf dem nahen Land: ein Besuch des städtischen „Eusebio“ Museums ist ein Muss.
Neben Teilen einer Straßen und Resten des Abwasserkanals lohnt sich auch der Besuch eines Viertels, dessen Häuser heute dem Kreis des antiken römischen Amphitheaters folgen.
Die interessantesten archäologischen Ausgrabungen findet man jedoch in Benevagienna. Die Stadt liegt zur besseren Verteidigung etwas in Richtung der Felsen des Tanaro versetzt und befindet sich heute ... auf dem offenen Land! Es ist die bedeutendste archäologische Ausgrabung der Region mit einem Theater (das heute im Sommer noch für die Aufführung klassischer Stücke genutzt wird) einer Nekropolis, einer Basilika und einem Tempel.   Viel gilt es noch auszugraben wie zum Beispiel das imposante Amphitheater. Aber was heute zu besichtigen ist, sollte genügen, um zu verstehen, warum die Stadt Augustus Octavian gewidmet war.

Text ©Pietro Giovannini