Geschichte in Cherasco

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Cherasco - Photo vonMauro Rosso


Palazzo Salmatoris
Der bedeutendste Palazzo der Stadt: 1706 wurde das Grabtuch hierher ausgelagert. Hier wurde auch der Frieden von 1631 unterzeichnet und 1796 der Waffenstillstand mit Napoleon. Der Raum der Sindone - Raum der Ruhe genannt - wurde von Sebastiano Taricco mit Fresken ausgemalt, einem bedeutenden lokalen Maler. Sehenswert auch die Prunktreppe und die Pracht der anderen Räume. Heute finden im Palazzo nationale Kunstausstellungen statt.

Die Synagoge und der jüdische Friedhof
Dank der 1848 von Karl Albert erlassenen Gesetze zur jüdischen Emanzipation konnten sie zur Zeit des Risorgimento eine bedeutende Rolle übernehmen. Der erste Jude, der an der Universität Turin sein Studium abschließen konnte, war Ingenieur De Benedetti aus Cherasco, in knapp sechs Monaten! Versteckt wie es die Gesetze des Ghettos forderten liegt die Synagoge an der Hauptstraße. Sie öffnet nur zu speziellen Anlässen oder nach Voranmeldung, aber sie ist einen Besuch wert. Und das gilt auch für den jüdischen Friedhof, wo einige der berühmtesten Juden Italiens ruhen.

Die Wochenmärkte
Ein absolutes Muss ist ein Besuch der Antiquitätenmärkte (eine Tradition in Piemont, die auch für Saluzzo und den Gran Balon in Turin gilt). In allen Straßen wird bric-a-brac angeboten, Trödel-, Antiquitätenhändler  erobern die Stadt, aber auch wer an moderner Kunst interessiert ist, kommt auf seine Kosten. Jedes Jahr wird ein detaillierter nach Sektoren (Spielsachen, Bücher usw.) unterteilter Kalender herausgegeben. Achtung: wer zuerst kommt, hat die größte Auswahl, aber die großen Geschäfte werden immer erst am Schluss getätigt!


Cherasco - Das internationale Schneckenzentrum
Schnecken sind für den Gourmet eine Delikatesse, aber hier in Cherasco hat man eine Wissenschaft daraus gemacht. Man erhält Informationen unterschiedlichster Art wie die besonders nützliche, wie man eine eigene Schneckenzucht aufzieht (zu Füssen des Felsens von Cherasco gibt es eine Versuchsanlage, die besucht werden kann). Die Kontakte reichen in die ganze Welt. Das hier verlegte Buch über Schnecken wurde in mehr als 20 Sprachen übersetzt.

Die Bögen und der Belfried
Der Bogen Arco del Belvedere  wurde 1647 errichtet und erinnert an das Ende der Pestepidemie. Er ist das Wahrzeichen der Stadt. Der Belfried wie auch das benachbarte Rathaus ist ein feines Beispiel mittelalterlicher Architektur. Interessant auch der Kalender auf der Fassade der einen und die Sonnenuhr auf der der anderen Seite. Der Arco di Porta Narzole schließt die Stadt im Süden ab.

Cherasco - Palazzo Gotti di Salerano
Er ist einer der schönsten Palazzi der Stadt. In ihm ist das Städtische Adriani Museum untergebracht. Erbaut wurde er in der zweiten Hälfte des 17. Jht.. Die Fassade ist recht streng,  wodurch das schöne Portal besonders zur Geltung kommt. Eindrucksvoll sind die sehr gut erhaltenen reichen Fresken (der Maler ist der aus Cherasco stammende Taricco)  in den vier Haupträumen. Wer sich für Münzen interessiert, findet hier die interessante Sammlung des Paters des Somasco Ordens G.B. Adriani. Insgesamt sind es 12.000 Münzen sowie weitere Dokumente und Werke lokaler Künstler.

Cherasco zur Zeit der Romanik
Die Kirche Chiesa di San Pietro: die Fassade ist original und stammt aus dem 13. Jht.. Sie ist mit blauen Formellen und Bogenfriesen verziert, in die in späteren Jahrhunderten je nach Gusto kleine Zeichnungen eingefügt wurden, die noch alle zu dechiffrieren sind.
Die Kirche Chiesa di San Gregorio: sehenswert der romanische Turm. Heute wird sie nicht mehr als Kirche genutzt, sondern ist Sitz für Ausstellungen und Konzerte.
Die Kirche Chiesa di San Martino: Originalfassade und im Innern schöne Fresken aus dem 13. Jht. und eine kürzlich restaurierte Orgel.

Cherasco zur Zeit des Barock
Ein Besuch des malerischen Wallfahrtsortes Madonna del Popolo (1693)  lohnt sich wegen einer schönen Holzstatue, die eine Madonna mit dem Rosenkranz (Madonna del Rosario) darstellt. Sie ist aus dem 17. Jht. und stammt ursprünglich aus einem ehemaligen Somachen Kloster. Die zwischen dem 16. und 17. Jht. umgebaute und heute für Ausstellungen genutzte Sant’Iffredo Kirche hat einen Altar aus buntem Marmor und ist mit Fresken von Operti ausgemalt (ein weiterer lokaler Meister, dessen schönste Werke sich im Salon von Palazzo Burotti di Scagnello befinden, heute ein Restaurant), Die  Sant’Agostino Kirche aus dem 16. Jht. bietet ein wertvolles Portal aus Holz und ist im Innern mit Fresken von Aliberti und Taricco ausgemalt und passt architektonisch sehr schön zum benachbarten Arco del Belvedere. Der Altar ist barock.

Bastionen, Kloster, Platanenallee und Schloss
Ein Muss ist ein Spaziergang auf der ehemaligen Stadtmauer über dem Tanaro Tal. Start ist das ehemalige Kloster der Pater des Somachen Ordens (heute ein charme Hotel) am Ende des hoch aufragenden Eingangs zur Stadt. Man gelangt dann zu den Gärten auf den Stadtmauern mit dem der Madonna delle Grazie geweihten Wallfahrtsort (dieser entstand um einen Bildstock mit einer die Madonna mit Kind darstellenden Freske, die angeblich Blut schwitzt). Am Ende des Gartens führt der Weg nach Nordenosten, von wo aus man bequem die Platanen Allee Viale dei Platani erreicht. Diese würde gut in einen Fantasy Film passen: die Äste und Zweige der Jahrhunderte alten Bäume sind dermaßen verbogen, dass sie antropromorph wirken. Die Allee, die möglicherweise auf Wunsch von Napoleon angelegt wurde, führt zum ursprünglich von Luchino Visconti 1348 erbauten Schloss, dass allerdings im Verlauf der Jahrhunderte mehrmals umgebaut wurde. Biegt man dann rechts vom Schloss ab, geht es zurück zum Arco Narzole, folglich ins Stadtzentrum.


Text ©Pietro Giovannini